Abdallah Frangi:
Der Gesandte. Mein Leben für Palästina.
Hinter den Kulissen der Nahost-Politik,
Heyne-Verlag München 2011, 19,80 Euro, ISBN 978-3-453-19354-3
Druck auf Israel, die
Aministrativhaft aufzugeben
- 15.05.2012 -
Die Interparlamentarische Union (IUP) forderte
heute von Israel dringend, nicht
mehr zu Administrativhaft zu
greifen, in der sich zur Zeit mehr
als 300 Palästinenser befinden. Der
Aufruf erfolgte gestern, obwohl am
Vorabend die Vereinbarung zwischen
Israel und Vertretern der
palästinensischen Gefangenen bekannt
gegeben worden war, nach der mehr
als 2.000 Gefangene bereit sind, den
Hungerstreik zu beenden, den sie
seit 28 Tagen durchführen.
Der Sprecher der IUP, Jemini Pandya,
sagte in einer Pressekonferenz,
dass, wenn auch in der Vereinbarung
eine Flexibilisierung der
Administrativhaft erwähnt werde, die
Interparlamentarische Union der
Meinung sei, dass die Praxis der
Administrativhaft sofort beendet
werden müsse.
Die Administrativhaft betrifft zur
Zeit 300 Palästinenser, darunter 24
Mitglieder des Palästinensischen
Legislativrates. Die IUP hat sich
besorgt über das Schicksal von Ahmad
Sa'adat gezeigt, dem Generalsekretär
der Volksfront für die Befreiung
Palästinas, der seit drei Jahren in
Einzelhaft ist und
Gesundheitsprobleme hatte, bis vor
kurzem aber keine ärztliche
Betreuung erhalten hat. Die IUP
wiederholte ihre Forderung, alle
Personen, die sich in
Administrativhaft befinden,
unverzüglich freizulassen oder, wenn
ausreichende Beweise für eine
Anklage vorliegen, ihnen einen
Prozess an einem normalen
Strafgericht zu machen.
Die IUP gab auch bekannt, sie würde
sich weiter für die Freilassung der
Gefangenen engagieren bzw. dafür,
dass sie ihre Rechte in einem
Prozess, so wie er sein soll,
ausüben können. Die IUP hat ein
Menschenrechtskomitee, das sich
aktiv an der Suche einer Lösung für
die 27 Mitglieder des
Palästinensischen Parlaments
beteiligt, die in Israel entweder in
Administrationshaft sind oder
Haftstrafen verbüssen.
Die IUP präzisierte, die israelische
Regierung verhänge Administrativhaft
nur gegen Palästinenser, ihres
Wissens habe sie diese aber bis
heute noch nie gegen einen Israeli
verhängt. Quelle:
http://www.palestinalibre.org/articulo.php?a=38889
aus dem Spanischen übersetzt von K.
Nebauer
In
sechs Westbankorten protestieren
Tausende in Unterstützung der
Gefangenen im Hungerstreik
-
Ein 18-jähriger
Palästinenser wurde bei
Zusammenstössen zwischen
Jugendlichen und israelischen
Soldaten im Dorf Aboud
nahe
Ramallah schwer verletzt, als die
israelische Armee eine
Solidaritätskundgebung für die
palästinensischen Gefangenen im
Hungerstreik verhindern wollte.
Majed Barghouti wurde vom einer
gummi-ummantelten Stahlkugel am Auge
getroffen und musste in ein
Krankenhaus in Ramallah
transportiert werden.
Nach dem
Freitagsgebet marschierten
Demonstranten in
Nabi Saleh
in Richtung des annektierten
Dorflandes, wurden aber am
Dorfeingang von der israelischen
Armee blockiert. Soldaten umstellten
das Dorf und hinderten eine Ambulanz
an der Einfahrt ins Dorf. Einige
naheliegende Felder fingen Feuer,
als heisse Tränengaskanister im
trockenen Gras landeten.
Bil’ins
Protestmarsch gegen die israelische
Mauer endete ebenfalls mit Bränden
auf den umliegenden Feldern.
Israelische Soldaten beschossen die
Protestteilnehmer, Palästinenser,
Israelis und Internationale, mit
Tränengas und Abwasser; Sanitäter
mussten zahlreiche Teilnehmer wegen
Atemnot und anderen Nebenwirkungen
des Tränengases behandeln. Als
Revanche für den israelischen
Beschuss hatten einige Jugendliche
Luftballons mit Tierexkrementen
gefüllt und schleuderten sie in
Richtung Mauer.
In Kufr
Qaddoum bei
Nablus wurden drei Journalisten des
palästinensischen Satellitenkanals
beim Solidaritätsmarsch für die
palästinensischen Gefangenen
verletzt.
In der südlichen
Westbank versammelten sich über
eintausend Palästinenser und
Solidaritätsaktivisten im Dorf
Al Walaja,
um gegen den Bau der israelischen
Mauer zu protestieren und um ihre
Verbundenheit mit den
palästinensischen Hungerstreikenden
auszudrücken. Israelische Soldaten
griffen den Marsch mit Tränengas an
und dutzende mussten von Sanitätern
behandelt werden. Im Nachbardorf
Al-Maasara
marschierten die Demonstranten von
der Moschee zu konfisziertem
Dorfland in der Nähe der illegalen
Siedlung Efrat bei Bethlehem.Wie in
den fünf anderen Westbankprotesten
griffen israelische Soldaten den
Solidaritätsprotest für die
Gefangenen mit Tränengas an.
Am Sonntag, den 13.
Mai blockierten Aktivisten des
populären Widerstandes den
Haupteingang von Ma’ale
Adumim,
einer der grössten israelischen
Siedlungen in der Westbank.
Israelische Siedler griffen die
Demonstranten an und riefen die
israelische Armee und Grenzpolizei
um Unterstützung an, als sie die
Demonstranten nicht vertreiben
konnten. Eine grosse Zahl von
Soldaten kam an und ging mit grosser
Brutalität gegen die Aktivisten vor;
zwei Protestteilnehmer wurden
festgenommen.
Siehe: Saed Bannoura,
In six West Bank towns, thousands
rally in support of hunger striking
prisoners, 12. Mai 2012, IMEMC;
http://www.imemc.org/article/63474
Heidi Williams,
Palestinians, Israelis and
Internationals demonstrate in
Ma’ale Adumim Settlement, 14. Mai
2012;
http://www.imemc.org/article/63484
The Christians of the Holy
Land
- CBS 60 Minutes -
The exodus from the Holy
Land of Palestinian
Christians could eventually
leave holy cities like
Jerusalem and Bethlehem
without a local Christian
population. Bob Simon
reports.