Der Genozid an den
Indianern – Parallelen zu und in Palästina
Yuram
Abdulla Weiler – the Palestine Chronicle,
3.3.
2010-03-06
“Eines der
größten Verbrechen gegen die Menschlichkeit
geschah direkt hier in den USA.
Eine
Unterstützung für die Erklärung der Rechte
des eingeborenen Volkes ist ein Anfang, um
große Fehler zu berichtigen“ , erklärte die
amerikanisch-indianische Bewegung in einer
Presse-Veröffentlichung am 24. September
2009.
Vielleicht habe
ich das natürliche Gefühl der Entrüstung
und des Abscheus wegen der
Ungerechtigkeiten und Brutalitäten gegenüber
den einheimischen Völkern durch die US, die
Zionisten und andere kolonisierenden Mächten
von meiner Mutter geerbt. Bevor sie starb
sagte sie mir noch, dass Vorfahren ihres
Vaters ihre Wurzeln bis zu den Irokesen
zurückverfolgen können.
Die USA
stimmten natürlich gegen die UN-Erklärung
über die Rechte der eingeborenen Völker. Nur
ein Land, das seiner eigenen einheimischen
Bevölkerung, den Indianern, die Rechte
verweigert, kann gegen das Recht der
Selbstbestimmung anderer einheimischer
Völker sein.
Nur ein Land,
das gegenüber seiner eigenen einheimischen
Bevölkerung in massiver Weise einen Genozid
ausgeführt hat, kann ein so eifriger
Unterstützer des zionistischen Regimes sein,
das im Augenblick mit einem
palästinensischen Genozid beschäftigt ist.
Wie massiv war
der Genozid an der einheimisch-indianischen
Bevölkerung durch die euro-amerikanischen
Kolonisten? Nach Prof. Howard Zinn: von den
10 Millionen Indianern, die nördlich des
heutigen Mexiko lebten, als Kolumbus ankam,
blieben weniger als eine Million. Andere
Wissenschaftler setzten die Zahl um 1492
etwa auf 18Millionnen, und um 1900 auf 250
000. Der amerikanisch-indianische Holocaust,
der von Euroamerikanern begangen wurde,
kostete mindestens 9 Millionen Menschen das
Leben.
„Dass das eine
Tragödie war und mit Betrug, Barbarei und
wirklich jedem anderen Fehler verbunden war,
der Menschen in der 300jährigen Geschichte
der Expansion bekannt ist, kann nicht
geleugnet werden. Aus den ursprünglich 13
Kolonien wurde eine Nation mit mehr als 3
Millionen Quadratmeilen und 50 Staaten“ gab
ein US-Senat-Komitee für indianische
Angelegenheiten widerwillig zu .
Wie
bemächtigten sich die US-Kolonisten des
Landes der einheimischen Bevölkerung?
Das Muster war
schon 1713 mit dem Vertrag von Utrecht
gegeben, in dem eine Pufferzone als
indianisches Land zwischen den französischen
und britischen Kolonialmächten eingerichtet
wurde. Zwischen den beiden gefangen,
verteidigten die Indianer ihre Häuser,
Familien und ihr Land mit entsprechender und
verständlicher Heftigkeit gegen eine
Invasion euroamerikanischer Kolonisten, die
den Vertrag ignorierten und auch in der
Pufferzone siedelten. …Die Invasoren
verlangten US-Armee-Schutz gegen die
„unzivilisierten Wilden“.
Zwangsweise
Vertreibung, Umsiedlung und Hungersnot
gehörte zu den Grausamkeiten, die von der
US-Regierung begangen wurde, um den
Genozid auszuführen. Die einheimischen
Indianer wurden mit vorgehaltener Waffe aus
ihren Wohnbereichen gejagt und gezwungen,
sich in Reservaten neu anzusiedeln, deren
Gebiete sehr viel kleiner waren, als ihr
ursprüngliches Land. Einige indianische
Völker wurden absichtlich geteilt wie die
Cheyenne und die Seminolen; Verwandte und
große Familien wurden über große
Entfernungen getrennt. Ernten wurden
zerstört und Büffelherden geschlachtet. Das
führte fast zum Hungertod und fast zur
Auslöschung vieler indianischer Völker.
Und wenn
Vertreibung, Umsiedlung und der Hungertod
nicht ausreichten, um den Widerstand zu
brechen, dann ergänzte die US-Kavallerie die
Siedlermilitia mit entsprechenden
Schusswaffen und führte ein Massaker aus,
wie z.B. im November 1864 im Arapaho-Dorf
am Sandbach in Colorado. Dort wurden 200
Indianer getötet und schwer verletzt, mehr
als die Hälfte waren Frauen und Kinder.
Wenn man auf
die Methoden sieht, die zionistische
Kolonisten gegen Palästinenser anwenden,
sieht man sofort Parallelen zu den Methoden,
die von der US-Regierung angewandt wurden,
um die eingeborenen indianischen Völker
auszulöschen. Dieselben Methoden von
Massakern, zwangsweiser Vertreibung,
Umsiedlung und Aushungerung wurden
angewandt, um das Land der einheimischen
Bevölkerung in den USA zu kolonisieren,
wurden auch in Palästina verwendet..
Im März 1948
nahmen zionistische Kräfte einen
systematischen Plan in Angriff, um Palästina
von seiner einheimischen Bevölkerung zu
säubern. Schwer bewaffnete zionistische
Milizen übernahmen die Kontrolle von
zahlreichen multi-ethnischen Städten wie
Jaffa, Haifa, Safed und Tiberias und trieben
schonungslos die palästinensische
Bevölkerung raus. Massaker fanden in Deir
Yassin mit über 250 Toten (Männer Frauen und
Kinder), in Tantura wurden 200 Männer
umgebracht - so auch in über 400 anderen
palästinensischen Dörfern und Städten. Im
Winter 1948/49 waren 90% der einheimischen
Bevölkerung – etwa 750 000 Palästinenser zu
Flüchtlingen geworden. ( vgl. Ilan Pappe:
Die Ethnische Säuberung ER)
Die ethnische
Säuberung ging 1952 weiter. Die
Palästinenser wurden aus 40 weiteren Dörfern
vertrieben … 1967 wurde ganz Palästina
erobert und weitere 275 000 Palästinenser zu
Flüchtlingen gemacht …
Im Augenblick (
2010) ist Israels Griff um die besetzten
Gebiete der Westbank und Ostjerusalem noch
härter und die USA und die EU helfen mit,
und die Bevölkerung des Gazastreifens wird
ausgehungert. Ihr wird Lebensnotwendiges wie
Lebensmittel, Wasser, Strom und Medikamente
durch die Blockade, die Ägypten mit ihrer
neuen Stahlwand verstärkt, verweigert. Wie
die amerikanischen Indianer des 18.
Jahrhundert zwischen französischen und
britischen Kolonisten- so finden sich die
Bewohner des Gazastreifen zwischen dem von
der USA unterstützten
israelisch-zionistischen Regime und der von
den USA kontrollierten ägyptischen Diktatur,
während die Palästinenser der Westbank
eingequetscht sind zwischen dem
US-Verbündeten Jordanien und der
Apartheidmauer.
Der große
Lakota Volksführer Russell M. , der 1995 zu
den amerikanisch-indianischen Studenten
sprach, erinnerte sie: In der Schlacht am
Wounded Knee 1793 (?) waren wir umgeben
von der bewaffneten Macht der USA, dem
militärisch mächtigsten Land der Welt – aber
wir waren frei. Ähnlich wird es den
Palästinensern in Gaza und den besetzten
Gebieten gehen; sie mögen jetzt umgeben sein
von der bewaffneten Macht der von den USA
finanzierten Zionisten, aber sie werden frei
sein ….
(dt. und
gekürzt: Ellen Rohlfs)
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